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Bilanz 2016: Einlagenplus und wachsende Kreditbestände

Bewertung

Bilanz 2016: Trotz anhaltender Niedrigstzinsphase blicken die Sparkassen auf ein solides Geschäftsjahr zurück. Dafür maßgeblich verantwortlich: hohe Einlagengewinne sowie ein starkes Wachstum im Kreditgeschäft.

Hohes Einlagenplus

Die vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahres 2016 zeigen: Die Sparkassen konnten ein Einlagenplus von insgesamt 3,3 Prozent verbuchen. Selbst das starke Vorjahr stellten die 396 Institute damit in den Schatten. Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen und Giroverbands (DSGV) erklärt diese Entwicklung mit dem starken Sicherheitsbedürfnis der Kunden. Diese wollen ihr Geld in guten Händen wissen. „Deswegen legen sie es bei dem Partner an, zu dem sie das höchste Vertrauen haben – den Sparkassen“, so Fahrenschon auf der Bilanz-Pressekonferenz. Insgesamt wuchsen die Einlagen bei den Sparkassen um 28,6 Milliarden Euro.

Wachsende Kreditbestände

Auch im Kreditgeschäft legten die Sparkassen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zu. Bei den Unternehmenskrediten stiegen die Bestände um 4,6 Prozent. Dazu zählen sowohl alle neu vergebenen Kredite als auch die Tilgungen. Für die Kredit-Neuzusagen an Unternehmen und Selbstständige heißt das für 2016 konkret: Die Sparkassen vergaben 80 Milliarden Euro – ein Wert, nur knapp unter dem des Rekordjahres 2015. Fahrenschon rechnet jedoch künftig mit einer Stagnation dieses Trends. Schon jetzt lässt sich ein Rückgang der Kredittilgungen um acht Prozent auf 56,8 Milliarden Euro beobachten. Zudem haben sich, so Fahrenschon, mittlerweile all diejenigen, die niedrige Zinsen für sich nutzen wollten, mit günstigem Geld versorgt. Das gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Privatpersonen.

Neuer Rekord im Wertpapiergeschäft

Im Wertpapiergeschäft verzeichneten die Sparkassen erneut ein sehr erfreuliches Ergebnis. Mit einem Plus von 9,6 Milliarden Euro erreichten sie beim Nettoabsatz den höchsten Wert seit 13 Jahren. Allein die Steigerung zum Vorjahr beträgt 32,6 Prozent. Dies ist vor allem auf die Entwicklung bei den Investmentfonds zurückzuführen. Doch auch der Nettoabsatz bei Aktien entwickelte sich 2016 sehr positiv. Er stieg um 1,7 Milliarden Euro an.

Geldvermögensbildung nimmt stark zu

Insgesamt haben die Kunden der Sparkassen im Jahr 2016 ein zusätzliches Geldvermögen von 41,4 Milliarden Euro gebildet. Das entspricht einer Steigerung um 18,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem die Privatkunden legten zu: Auf sie alleine entfallen 36,9 Milliarden Euro.

Diese Zahlen spiegeln die positive Entwicklung der wirtschaftlichen Situation Deutschlands wider. Höhere Nettolöhne und der extrem gut ausgelastete Arbeitsmarkt sind der Grund dafür, dass es den Menschen insgesamt gut geht. Fahrenschon weist dennoch darauf hin, dass der Zuwachs des Geldvermögens nicht in allen Teilen der Gesellschaft stattfindet. „Hier bedarf es weiterer politischer Impulse, um letztlich allen gesellschaftlichen Gruppen zu ermöglichen, Vorsorge (…) zu betreiben.“


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