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Informationen zur Wirtschaftslage: Deutschland wuchs im Jahr 2015 gleichmäßig

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Dr. Holger Schulz

Die realwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands verlief bis zuletzt in planmäßigen Bahnen. Das Bruttoinlandsprodukt ist im Schlussquartal 2015 real um 0,3 Prozent gewachsen. Dies ist ein Wachstumstempo, das bereits aus der im Januar bekannten Jahreswachstumszahl von 1,7 Prozent geschlossen werden konnte. Der Verlauf der ersten drei Quartale wurde mit der jüngsten Datenveröffentlichung des Statistischen Bundesamtes vom Februar nur minimal revidiert. Das Wachstum 2015 war somit recht gleichmäßig über den Verlauf in den einzelnen Vierteljahren verteilt. Der statistische Überhang für das Jahr 2016 beträgt 0,4 Prozent.

In der Verwendungsgliederung des BIP des Schlussquartals fällt auf, dass sich das Wachstumsprofil, das schon in den Jahreszahlen erkennbar wurde, noch weiter pointiert hat. Der Außenbeitrag war zum Jahresschluss noch gedrückter als zuvor. Dafür war die Binnennachfrage noch dynamischer. Die privaten Konsumausgaben waren bereits das ganze Jahr hindurch im Anstieg. Die Investitionen hingegen beschleunigten sich vor allem zum Jahresende hin. Sie waren im Schlussquartal nochmals deutlich besser als im Jahresschnitt.
Die Ausrüstungen legten im vierten Quartal saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um immerhin ein Prozent zu.

Beim Bau, der im Jahresschnitt fast mit Stagnation enttäuschte, war der Schlussspurt mit plus 2,2 Prozent doch recht beachtlich. Dieses Momentum gilt es für 2016 zu erhalten. Dann könnte im noch jungen Jahr der Investitionsrückstand weiter abgebaut werden. Tatsächlich zeichnet sich für das jahr 2016 ein ähnliches Muster ab. Die Binnennachfrage könnte das Wachstum gegenüber den Risiken aus der Weltwirtschaft weiter immunisieren.

 

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