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Diagnose Mittelstand 2016

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Autor

Dr. Holger Schulz

In der neuen Ausgabe der Diagnose Mittelstand werden die Jahresabschlüsse der Unternehmen 2014 aus der größten Bilanzdatensammlung in Deutschland ausgewertet. Ergänzt wird diese Analyse um ein aktuelles Bild durch die Befragung der Experten in den 413 deutschen Sparkassen. Die Bilanzen 2014 zeigen eine weitere Verbesserung der Eigenkapitalausstattung der mittelständischen Unternehmen. Der mittlere Wert (Median) der Eigenkapitalquote lag in der Trendrechnung bei 25,5 Prozent nach 20,8 Prozent im Jahr 2013. Der Expertenbefragung zufolge hat sich der positive Trend der Eigenkapitalausstattung im laufenden Jahr fortgesetzt. Damit sind die Unternehmen im Durchschnitt heute wesentlich besser für schlechte Zeiten gerüstet als 2008, vor der tiefen Rezession.

 

Gleichzeitig kann in Sachen Investitionsschwäche noch keine Entwarnung gegeben werden. Zwar hat sich die konjunkturelle Belebung positiv auf die Bereitschaft zu investieren ausgewirkt. Insgesamt bleibt die Investitionstätigkeit aber verhalten. Risiken im weltwirtschaftlichen Umfeld sind der wesentliche Grund hierfür. Und soweit investiert wird, geschieht dies überwiegend aus eigenen Mitteln. Die Kreditaufnahme der Unternehmen blieb bis zuletzt trotz sehr niedriger Zinsen schwach. Ein eingeschränktes Kreditangebot kommt in Deutschland als Erklärung nicht in Betracht.

 

Die Rentabilitätskennziffern im Mittelstand haben sich 2014 gemäß Bilanzdatenanalyse nicht verbessert. Sowohl die Umsatzrentabilität als auch die Gesamtkapitalverzinsung waren 2014 im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau leicht rückläufig. Gestiegene Kosten und in einigen Bereichen stagnierende oder gar niedrigere Absatzpreise waren hierfür verantwortlich.

Insgesamt blickt der deutsche Mittelstand zuversichtlich auf das Jahr 2016. Überwiegend wird mit einer Fortsetzung des positiven Trends am Arbeitsmarkt gerechnet.

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