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Kein Zweifel – Sparkassen erfüllen ihren öffentlichen Auftrag

Bewertung

In einer Studie untersucht der Frankfurter Professor Dr. Ralf Jasny das Wertpapiergeschäft aller 413 Sparkassen im Jahr 2014. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass einige Sparkassen nicht mehr ihrem öffentlichen Auftrag nachkommen. Die Institute würden, statt Kundeneinlagen in Form von Krediten an Unternehmen oder Privatpersonen in der Region wieder auszuleihen, diese Gelder vermehrt am Kapitalmarkt investieren. Der DSGV kommt zu dem Schluss: die Zahlen sind zwar richtig, die daraus gezogenen Schlüsse jedoch völlig falsch. Auch die Bundesbank hat für das vergangene Jahr den Sparkassen in Deutschland eine sehr differenzierte und risikoarme Portfoliostruktur attestiert.

Sparkassen sammeln in der Region Gelder als Kundeneinlagen ein, um sie als Kredite in der gleichen Region wieder auszureichen. Mit diesem Geschäftsmodell sind die Sparkassen seit jeher extrem erfolgreich. Das lässt sich sehr gut an den aktuellen Zahlen (Stand: Ende 2015) der Sparkassen veranschaulichen: bei der Vergabe von Unternehmenskrediten haben die Sparkassen einen Marktanteil von 29 Prozent (Steigerung gegenüber zu 2010: +2,8 Prozent). Und 34,9 Prozent der privaten Wohnungsbaukredite stammen von einer Sparkasse (Steigerung gegenüber zu 2010: +1,3 Prozent).

In seiner Studie stellt Jasny außerdem fest, dass 72 Sparkassen weniger als die Hälfte ihrer Bilanzsumme als Kredite an Kunden vergeben. Hinsichtlich der Größenordnung kann das grundsätzlich bestätigt werden.  Das Geschäftsmodell der Sparkassen setzt eine verantwortungsvolle Kreditvergabepolitik voraus. Demzufolge muss nicht nur eine allgemeine Kreditnachfrage vorhanden sein, sondern eine Nachfrage, die unter Risikogesichtspunkten für eine Kreditvergabe vertretbar ist. Dies stellt regional sehr unterschiedliche Herausforderungen für die Häuser dar. Die Tatsache, dass bei der Risikovorsorge im Kreditgeschäft der Sparkassen im vergangenen Jahr die Zuschreibungen erstmals höher als die Abschreibungen waren, zeigt eindrucksvoll, wie verantwortungsvoll die Sparkassen überall in Deutschland vorgehen.

Sturkturierung des Depot A der Sparkassen

Betrachtet man das Depot A der Sparkassen, so ist es unter Risikogesichtspunkten sehr konservativ strukturiert. Rund 73 Prozent des Depot A sind in Anleihen und Schuldverschreibungen investiert. Dabei liegt die Verteilung zwischen Bankschuldverschreibungen und Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand bei etwa 60:40.

Den Schwerpunkt der Anlage in Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand bilden dabei eindeutig Anleihen der Bundesländer (rund 3/4 der Anleihen von öffentlichen Haushalten wurden hier investiert). Etwa 27 Prozent des Depot A der Sparkassen findet sich in der Position “Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere”. Dabei erfolgt die Anlage zu weit überwiegenden Anteilen (knapp 90 Prozent) jedoch über Fonds und nicht als Aktien-Direktanlage. Insofern ist hierüber eine breite Risikodiversifizierung sichergestellt. Die Fonds beinhalten dabei auch festverzinsliche Komponenten.

Diese Einschätzung teilt auch die Deutsche Bundesbank in Ihrer letztjährigen Erhebung zur „Ertragslage und Widerstandsfähigkeit deutscher Kreditinstitute im Niedrigzinsumfeld 2015“. Hier hat sie für die Sparkassen festgestellt, dass eine sehr differenzierte Portfoliostruktur vorliegt, die zu 99 % im Investment Grade investiert ist.

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