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Folge der Honorar-Beratung: Große Beratungslücken in Großbritannien

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Dass die Fokussierung auf Honorarberatung keineswegs positive Wirkung aufweist, zeigen die Entwicklungen in Großbritannien. Das Vereinigte Königreich hat bereits im Jahr 2013 ein Provisionsverbot für Anlageprodukte eingeführt. 2016 konstatierten das britische Finanzministerium sowie die Aufsichtsbehörde in einer Studie, dass vor allem Verbraucher mit mittleren und geringen Einkommen sich keine Beratung mehr leisten können und in eine Beratungslücke fallen.

Weiterhin fiel die absolute Zahl der Vermögensberater, während gleichzeitig der Anteil jener Berater von 13 Prozent auf 32 Prozent anstieg, die ein Mindestportfolio von 100.000 Pfund (ca. 113.000 Euro) als Beratungsgrundlage voraussetzen. Darüber hinaus kam die Studie zu dem Ergebnis, dass 45 Prozent der Berater kaum noch Altersvorsorgeberatung vornehmen, wenn das Vermögen der Kunden unter 30.000 Pfund beträgt.

Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland empfindet Honorarberatung als sozial ungerecht und begegnet ihr mit großer Skepsis. Eine Umfrage von Kantar Added Value im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ergab, dass 85 Prozent der Deutschen eine Beratung, für die ein gesondertes Honorar zu zahlen ist, für sozial ungerecht halten. Das Negativbeispiel Großbritannien zeigt, dass diese Befürchtungen berechtigt sind.

Gerade in Zeiten niedrigster Zinsen ist eine qualifizierte Vermögensberatung wichtiger denn je. Deshalb müssen Sparer diese auch in der Fläche und unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten erhalten.

 

Weitere Informationen finden Sie in unserem Fokuspapier "Nur Provisionsberatung ermöglicht Beratung für alle"

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