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Die Deutschen und ihr Geld – Ergebnisse aus dem Vermögensbarometer 2016

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Weltspartag 2016: Die Deutschen sind nicht mehr „Sehr zufrieden“

Einmal im Jahr befragt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) eine repräsentative Anzahl an Bundesbürgern zu ihrer finanziellen Situation. Das Ergebnis 2016: Über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) kommt mit ihren Finanzen gut zurecht. Allerdings ist dieser Anteil gegenüber den beiden Vorjahren rückläufig. Insgesamt betrachtet stieg die Anzahl der zufriedenen Befragten seit 2006 jedoch um 9 Prozentpunkte.

Konsumverhalten: Zurückhaltung trotz billigen Geldes

Hemmungslos Geld auszugeben, das ist der Deutschen Sache nicht. Auch dann nicht, wenn das Schulden machen, wie gerade, günstig ist und das Sparen wenig oder überhaupt keine Zinsen bringt.
Drei Viertel der Befragten haben ihr Konsumverhalten als Reaktion auf die Niedrigzinsphase nicht geändert. Sie planen auch nicht, das zu tun. Der Rest gibt sogar überwiegend weniger aus oder plant dies künftig.

Altersvorsorge: Junge Generation bildet keine Rücklagen mehr

36 Prozent der Deutschen sorgen nicht fürs Alter vor. Bei den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren ist es sogar die Hälfte. Auch das Einkommen spielt hier eine Rolle: Je niedriger dieses ausfällt, desto höher ist der Anteil derer, die nichts fürs Alter zurücklegen. 59 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen bis 1.000 Euro sparen nichts. Bei den Haushalten mit 1.000 bis 1.500 Euro sind es 46 Prozent.
Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich auch die Sparraten an verringert. 36 Prozent der Befragten gab an weniger als 100 Euro zurückzulegen. Lediglich 23 Prozent kommen auf Sparraten über 100 Euro. Jeder zweite Vorsorgende zweifelt, ob die Maßnahmen wirklich die gewünschte finanzielle Absicherung bringen.

Niedrigzins bereitet Bundesbürgern Sorgen

Der Niedrig- bzw. Nullzins bereitet der Bevölkerung die größten Sorgen im Hinblick aufs Sparen. Der Anteil der Menschen, die die Geldpolitik der EZB als ihre Hauptsorge nennen, ist 2016 um 17 Prozentpunkte auf 58 Prozent deutlich angestiegen. Davon entfallen 37% auf diejenigen, die wegen der niedrigen Zinsen besorgt sind. Allein 14 Prozentpunkte machen diejenigen aus, die sich wegen des Nullzinses sorgen.
Das Zinstief plagt vor allem die Altersgruppen zwischen 30 und 39 Jahren sowie zwischen 50 und 59 Jahren. Bei ihnen gaben jeweils rund zwei Drittel an, in diesem Punkt die größte Unruhe zu verspüren. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es 61 Prozent.

Wertpapiere zahlen sich aus

Nur 17% der Deutschen nutzen Aktien, um ihre finanzielle Situation im Alter zu sichern. Dabei sind gerade diese heutzutage der einzige Weg zu den Renditen, die notwendig sind, um nach dem Berufsleben ausreichend versorgt zu sein. Was viele nicht wissen: Der Risikofaktor von Aktienanlagen sinkt mit der Zeit. Während bei einer Anlagedauer von weniger als fünf Jahren Verluste realistisch sind, spricht man bei einem Horizont von ungefähr 15 Jahren von einem Verlustrisiko, das fast bei null liegt.

Geldanlage: Wohin mit dem Geld?

47 Prozent der Deutschen halten Immobilien für die beste Geldanlageform in der Niedrigzinsphase. Aktien (33 Prozent), Fonds (24 Prozent) und Edelmetalle (6 Prozent) werden ebenfalls positiv bewertet. Staatsanleihen, Sparverträge/Sparbriefe und Lebensversicherungen gelten weithin als weniger geeignet – ähnlich wie auch Festgeld und Tagesgeld. Das Sparkonto liegt weit abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Vermögensplanung und –aufbau: Immobilien sind heiß begehrt

Die selbst genutzte Immobilie bleibt das meist genutzte Vorsorgeprodukt, Rentenversicherungen hingegen verlieren deutlich. Die Ergebnisse unserer Befragung verraten: 30 Prozent der Deutschen planen zukünftig damit eine Immobilie für die eigene Nutzung zu erwerben. Dabei steigt der Anteil derjenigen, die 100 Prozent des Kaufpreises mit einem Darlehen finanzieren würden auf 10 Prozent an. Er bewegt sich jedoch immer noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Sicherheit steht an erster Stelle

Die Deutschen brauchen vor allem eines wenn es um den eigenen Vermögensaufbau geht: Sicherheit. Nur 1% der Befragten gibt an, bereit zu sein, auch hohe Risiken einzugehen, um Geld zu vermehren.

Wichtig zu wissen:

Insgesamt zeichnet das Vermögensbarometer 2016 ein gemischtes Bild von der finanziellen Situation der Bundesbürger. Ein Großteil der Befragten ist sich der Tatsache bewusst, dass die Altersvorsorge ein zentraler Bestandteil der monatlichen Haushaltsausgaben sein sollte, um auch im Alter finanziell gut dazustehen. Aber die Niedrigzinsphase hemmt sie.

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