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Wie man im Zinstief zum Sparen motiviert

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Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank führt dazu, dass es bei Sparkassen und Banken kaum noch Zinsen gibt. Trotzdem sollen die Bürger sparen – um kurzfristige Engpässe abfangen zu können und um ihre Versorgungslücke im Alter zu schließen. Die Sparquote der Deutschen, die dem Statistischen Bundesamt zufolge 2015 9,7 Prozent betrug, reicht dafür nicht aus. Doch wie schafft man im Zinstief Anreize zum Sparen?

Ein Instrument wäre die staatlich unterstützte Vermögensbildung. Wie wirksam Sparzulagen vom Staat sein können, zeigt ein Blick in die Vergangenheit.

Staatliche Förderung durch die Arbeitnehmersparzulage

1998 erhöhte der Staat die Arbeitnehmersparzulage für die Anlage in Fonds von zehn auf 20 Prozent; in den neuen Bundesländern bis 2004 sogar auf 25 Prozent. Außerdem dürfen die geförderten Anleger die Sparzulage seitdem parallel zum Bausparen und Fondssparen verwenden. Vor allem aber wurden die Einkommensgrenzen, bis zu denen Anleger die Arbeitnehmersparzulage erhalten, damals drastisch erhöht.

Diese Maßnahmen führten zu einem großen Anstieg der Neuabschlüsse von Verträgen, die mit vermögenswirksamen Leistungen gefördert wurden. Die staatlich unterstützte Vermögensbildung über die Arbeitnehmersparzulage motivierte also tatsächlich zum Sparen.

Die Entwicklung in den letzten Jahren

Insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen sind staatliche Anreize ein gewichtiges Argument zum Sparen. Seit 1998 wurde die Arbeitnehmersparzulage aber nicht mehr erhöht. Auf eine Sparleistung von 400 Euro bietet der Staat jährlich höchstens 80 Euro Prämie – und das nur für Arbeitnehmer mit einem Einkommen von bis zu 20.000 Euro (40.000 bei Verheirateten) beim Fondssparen. Beim Bausparen liegt die Einkommensgrenze für eine Förderung noch geringer bei 17.900 Euro (35.800 für Verheiratete).

Festgesetzte Arbeitnehmersparzulage – Anzahl der Fälle in Millionen

Vor allem in den letzten Jahren war die Zahl der Anleger in Verträgen mit Arbeitnehmersparzulage rückläufig. Insbesondere Geringverdiener leiden darunter, wenn sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten können. Es wäre hilfreich, wenn der Staat durch eine Anpassung der Förderhöhen und der Einkommensgrenzen neue Anreize zum Sparen und zu Eigenvorsorge schaffen würde.

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